Von Heidi Müller. - Gerade war in StockholmTraumhochzeit - eine herrliche PR-Aktion für die Monarchie und den Tourismus Schwedens. Wir von good-stories.de sind auch hingefahren. Und lieben jetzt sogar Knäckebrot!
Vergessen Sie alles, was Ihre Geschmackspapillen jemals über Knäckebrot erfahren mussten. Knäckebröd vor Ort ist einfach ein Erlebnis. Überhaupt: Feinschmecker kommen hier voll auf ihre Kosten. Als aller erstes fallen einem beim Stadtbummel in den kleinen Bäckereien die wunderbar duftenden XXL-Brotlaiber auf. Bitte führt uns nicht in Versuchung. Eine zu geringe Widerstandswilligkeit lässt einen im Restaurant kaum noch die nächsten Gänge schaffen. Als Einstieg in das kulinarische Vergnügen empfiehlt sich ein Besuch in der Saluhall – oder auch Östermalmshallen genannt - im Stadtteil Östermalm, Stockholms elegantestem Viertel. Die 3000 qm große Markthalle wurde 1888 eröffnet und bietet alles, was man sich von einem Esstempel wünscht. Die Meeresspezialitäten bei Gerdas Fiskrestaurang sind einfach köstlich. Bitte Geduld mitbringen, Gerda ist sehr gefragt. In der Gourmet Halle bekommt man auch den legendären Surströmming. Surströmming gilt als eine Fischdelikatesse in Schweden, die harmloserweise übersetzt “saurer Hering” bedeutet. Es soll Menschen geben, die diesen Fisch als Genuss empfinden, den meisten wird jedoch schon beim Anblick der Dose übel. Die durch Nachgährung entstehenden Faulgase lassen den erklärten Genießer schnell zum einsamsten Menschen der Welt werden. Aber wechseln wir doch das Thema.
Gut gestärkt lässt es sich freudvoll shoppen. H&M, wohin das Auge reicht. Doch nicht nur das. Das altehrwürdige Kaufhaus PUB am Hötorget hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Hier macht Lust auf Shoppen erst richtig Sinn. In einer edelst eingerichteten Abteilung gibt es Sexspielzeug und Bourleske-Accessoires, dargeboten wie teuerstes Porzellan. Die sehr dominant gestylte Verkäuferin erklärt einem in perfekter Serviceorientiertheit jedwedes fremd anmutende Utensil. Und davon gibt es einige. Um Love geht es auch bei der Designerin Lena Berglund Karlsson, die mit ihrer Kollektion Happy Color ebenfalls im PUB Lust auf Farbe macht. Ihre Philosophie: Liebe ist alles.
Stockholm ist Liebe. So fühlt man sich als Besucher überall herzlich willkommen. Wahre Gastfreundschaft auch im Medelhavsmuseet. Im eigenen Museumscafé, dem Bagdad Café, gibt es sogar guten Kaffee und Wasser gratis. Dazu auf jeden Fall einen der leckeren Toasts probieren. Museen hat Stockholm über 70. Da kann man nur wiederkommen müssen. Aber einen Besuch sollten Sie auf keinen Fall aufschieben: den im Vasa Museum. Eine fünfsternige Attraktion auf der Insel Kungliga Djurgärden. Das 69 Meter lange Kriegsschiff Vasa, das 1628 bei seiner Jungfernfahrt mitten in Stockholm versank, wurde 1961 geborgen und fast ein halbes Jahrhundert auf seine ursprüngliche Pracht restauriert. Auch wer sich nicht im Geringsten für Schiffe interessiert: dieser Besuch ist atemberaubend. Hier vergehend vier Stunden wie im Flug. Aber wir kommen ja wieder. Und dann werden wir hoffentlich auch Zeit haben, um auf den Milleniums-Spuren von Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander zu wandeln. Das Stockholmer Stadtmuseum veranstaltet Spaziergänge zu der Gänsehaut-Trilogie von Stieg Larsson. Wohnen werden wir wieder im Hotel Skeppsholmen auf der gleichnamigen Insel. Ein Designer-Kleinod, das in zwei schlichten, denkmalgeschützten ehemaligen Militärunterkünften aus dem 19.Jahrhundert untergebracht ist. Von Skeppsholmen fährt auch eine Fähre direkt zum Vasa Museum und der Bus bringt einen direkt in die Innenstadtbereiche. Aber bitte auch mit der U-Bahn fahren. Für den Preis eines U-Bahn-Tickets können Sie Skulpturen, Mosaike, Gemälde, Installationen, Inschriften und Reliefs aus den 1950er bis 2000er Jahren in den meisten U-Bahnhöfen Stockholms erleben. Wenn Sie nur wenig Zeit haben, kaufen Sie sich einfach bei T-Centralen ein Ticket und nehmen Sie die blaue Linie, um sich die Haltestellen Rådhuset und Fridhemsplan anzusehen und auf dem Rückweg in die Station Kungsträdgården einzutaichen. Dieses unterirdische aufwendig ausgestaltete Happening liegt in 34 Meter Tiefe und lässt einen zu einem Underground-Freak werden. Aber oben ist es eben auch schön. Love Stockholm.
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