Von Ulrike Hinrichs. - Geschichten aus dem Strandkorb. S- wie Sylt! Oder S – wie Sorgenfrei! So kann man jedenfalls das Leben in Kampen auf Sylt bezeichnen. Hier sehen alle mindestens ” finanziell” sorgenfrei aus, oder anders gesagt: jedes Vorurteil wird bestätigt. Mein Haus, mein Auto, meine Kleidermarke und meine Rolex, alles ist perfekt. Fangen wir mit der Kleidermarke an: diese Saison geht nichts ohne Abercrombie & Fitch, der Surfmarke aus den USA, die inzwischen auch in Europa und Deutschland einige Labelladen eröffnet hat. Zwei Generationen sitzen auf Sylt in Komplettausstattung so im Strandkorb: die fünfzehnjährigen pubertären Jungs mit ersten Pickeln im Gesicht und ihre Väter, die unbedingt dazu gehören wollen. Nicht selten spannt ein dicker Bierbauch unter dem eher sportlich geschnittenen Kapuzenpulli.
Der Parkplatz vor dem Strand dürfe das Herz eines jeden deutschen Autobauers erfreuen: SUV von Porsche, BMW und Audi – wir mit unserem Renault Languna würden vermutlich des Parkplatzes verwiesen. Im Nachbarstrandkorb wurde berichtet, dass direkt vor der Sansibar, dem Sylter Promischuppen, nur bestimmte Fahrzeugklassen parken dürften, der Rest würde auf den nächsten Parkplatz verwiesen.
Die Restaurants haben sich dem modänen Lebensstiel angepasst: Zwei Aperol-Sprizz ( das Sommergetränk schlechthin) 26 Euro zum Vergleich: in Berlin kostet der Sommerspaß pro Glas 4-6 Euro). Der Salat mit 2 gegrillten Scampis, wohlgemerkt eine Vorspeise, ist für günstige 19 Euro zu haben.
Immerhin ist in Kampens Läden gerade SALE – bei Bulgari, Joop und Tods. Schnäppchenpreise für unsere Urlauber.
Eines hat mich am Ende heute beruhigt: Auf der Karte eines dieser Austern- Hummer-Champagnerrestaurants gab es unter der Rubrik Traditionsspeisen aus Deutschland eine Currywurst mit Pommes fuer 6,50 Euro! Na bitte: Es is doch allet jut – und den Berliner kann man eben nicht über den Tisch ziehen.
Aperol-Sprizz für 26 Euro
Samstag Juli 28, 2012
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